
„Diedi gioielli della Madonna al manto,
e diedi il canto agli astri,
al ciel, che ne ridean più belli”
Giacomo Puccini, Tosca
Biografie von Violeta Urmana - Sopran
Die aus Litauen stammende Sängerin gilt heute als eine der führenden Soprane im drammatisch-italienischen Fach mit Partien wie der der Aida, Amelia, Elisabetta, Gioconda, Leonora, Tosca und Norma. Zunächst machte sie sich als Mezzosopranistin einen Namen, als gefeierte Kundry in Wagners Parsifal oder Eboli in Verdis Don Carlo. Neben vielen anderen Rollen hat sie diese beiden Partien an allen wichtigen Opernhäusern unter Dirigenten wie Claudio Abbado, Daniel Barenboim, Bertrand de Billy, Pierre Boulez, Riccardo Chailly, James Conlon, James Levine, Jesús López Cobos, Fabio Luisi, Zubin Mehta, Riccardo Muti, Sir Simon Rattle, Donald Runnicles, Giuseppe Sinopoli, Franz Welser-Möst oder Christian Thielemann gesungen.
Nachdem sie bereits die Sieglinde in Wagners Die Walküre 2001 bei den Bayreuther Festspielen gesungen hatte, erfolgte ihr eigentliches Debüt als Sopranistin im Dezember 2002 zur Saisoneröffnung der Mailänder Scala in der Titelpartie von Glucks Iphigénie en Aulide unter Riccardo Muti. Seither fanden zahlreiche Partiedebüts im Sopranfach statt: Maddalena in Giordanos Andrea Chénier in Wien, Lady in Verdis Macbeth in Sevilla, Isolde in Wagners Tristan und Isolde in Rom, die Titelpartie in Ponchiellis La Gioconda sowie die Leonora in Verdis La forza del destino in London. 2005 folgten die Titelpartien in Puccinis Tosca in Florenz, in Richard Strauss‘ Ariadne auf Naxos an der New Yorker Metropolitan Opera und in Catalanis La Wally im Konzerthaus Wien. Triumphale Erfolge ersang sie sich 2006 in den Partiedebüts als Bellinis Norma in Dresden, als Elisabetta in Verdis Don Carlo in Turin sowie als Aida anlässlich der Spielzeiteröffnung an der Mailänder Scala im Dezember 2006 und zuletzt als Amelia in Verdis Un Ballo in Maschera in Florenz. Mit der Partie der Isolde hat Violeta Urmana den Weg ins hochdrammatische Wagner-Fach begonnen, mehrfach konzertant gesungen, erfolgte im Juli 2008 ihr vollszenisches Debut mit der Opéra Bastille unter der Leitung von Semyon Bychkov in Japan.
Zu ihren Opernprojekten zählen Parsifal und Iphigénie en Tauride in Valencia, Tristan und Isolde in Wien sowie der 2. Akt konzertant in Köln, Tosca in Berlin, Wien, Chicago und New York, La forza del destino in Wien und Barcelona, Ariadne auf Naxos in Berlin und New York, Macbeth in Paris und Bilbao, Aida in Wien, Mailand, Tel Aviv und New York, Cavalleria rusticana in Hamburg und das Partiedebüt als Odabella in Verdis Attila in New York.
Als Konzert- und Liedinterpretin singt Violeta Urmana ein breites Repertoire von Johann Sebastian Bach bis Alban Berg und gastiert in allen wichtigen Musikzentren Europas, der USA und in Japan. Ihre Liederabende sind musikalische Höhepunkte, gleichermaßen bejubelt von Publikum und Presse.
Violeta Urmana hat die Titelpartie in La Gioconda unter Marcello Viotti, Ausschnitte aus Tristan und Isolde und Götterdämmerung unter Antonio Pappano, die Azucena in Verdis Il Trovatore unter Riccardo Muti und die Cuniza in Verdis Oberto unter Sir Neville Marriner, Beethovens 9. Symphonie unter Claudio Abbado, von Berlioz’s La mort de Cléopâtre unter Bertrand de Billy, Zemlinskys Maeterlinck-Lieder und Strawinskis Le Rossignol unter James Conlon, Mahlers 2. Symphonie unter Kazushi Ono sowie Das Lied von der Erde und Rückert-Lieder unter Pierre Boulez und eine Lieder-CD aufgenommen. Verdis Messa da Requiem mit Violeta Urmana in der Sopranpartie ist als CD mit den WDR Sinfonieorchester unter der Leitung von Semyon Bychkov im Juli 2008 erschienen.
Es liegen zahlreiche DVDs vor. Zuletzt erschienen Aida in der Regie von Franco Zeffirelli und unter der musikalischen Leitung von Ricardo Chailly zur Saisoneröffnung 2006/7 der Mailänder Scala sowie Cavalleria rusticana – eine Produktion des Teatro Real in Madrid 2007 in der Regie von Giancarlo del Monaco und dirigiert von Jesus Lopes Cobos. Die Aida der Mailänder Scala, La Forza del destino vom Maggio Musicale Fiorentino 2007 und Un ballo in maschera, eine Produktion des Teatro Real in Madrid, laufen weltweit in ausgewählten Kinos.
Violeta Urmana ist die Kundry in Tony Palmers Film The Search for the Holy Grail.
2002 erhielt sie in London den Royal Philharmonic Society Award für Sänger.
10/2008